Altersmedizin

​Chorsingen mit Demenz

Wissenschaftliche Begleitung der ZDF-Doku-Reihe "Unvergesslich: Unser Chor für Menschen mit Demenz"


Hintergrund und Ziele

Für therapeutische Wirkungen von Musik, speziell im Kontext von Demenz, finden sich immer mehr empirische Evidenzen. Dennoch besteht weiterer Forschungsbedarf bzgl. der Effekte komplexer musikbasierter Interventionen bei demenziellen Erkrankungen, wie z.B. von regelmäßigem Chorsingen. Das Forschungsprojekt war eingebettet in die vierteilige ZDF-Produktion "Unvergesslich: Unser Chor für Menschen mit Demenz" mit der bekannten Schauspielerin Annette Frier als Gastgeberin und Moderatorin [link].

19 Teilnehmer/innen mit Demenz trafen sich über einen Zeitraum von zwei Monaten zu wöchentlichen Chorproben in Köln. Ziel der explorativen Begleitstudie war die wissenschaftliche Untersuchung von physiologischen und psychosozialen Auswirkungen (Mixed-Methods-Design) des regelmäßigen Chorsingens auf die Erkrankten und ihre begleitenden Angehörigen: Erwartet wurden positive Effekte auf das emotionale Wohlbefinden, die subjektiv eingeschätzte Lebensqualität, das physiologische Stressniveau (Cortisol und IgA) und soziokommunikative Parameter von Menschen mit Demenz sowie auf die emotionale Verfassung der begleitenden Angehörigen. Sowohl einzelne Chorproben als auch die gesamte chorbasierte Intervention wurden dabei evaluiert.


Ergebnisse

Die Ergebnisse zeigen u.a. eine signifikante Steigerung des emotionalen Wohlbefindens bei Menschen mit Demenz nach den Chorproben ebenso wie eine signifikante Reduktion ihres Stresslevels, operationalisiert über die Analysen des Cortisolspiegels im Speichel. Diese Befunde werden zusätzlich durch Beobachtungsbögen gestützt, die von den Angehörigen während der Chorproben und danach ausgefüllt wurden. Des Weiteren zeigte sich in den Prä-Post-Erhebungen neben einer Stabilisierung der subjektiv eingeschätzten Lebensqualität bei Menschen mit Demenz auch eine signifikante Verbesserung der depressiven Symptomatik bei den begleitenden Angehörigen.

Das Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern und Medienvertretern wurde mit dem Health Media Award 2020 ausgezeichnet. Der Verein prämiert zum dritten Mal Initiativen, die zur Aufklärung im Gesundheitssystem beitragen [link].



Kontakt

Dipl.-Psych. Arthur Schall

Tel. 069 601 7657

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Projektteam

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Dr. Valentina Tesky

Tel. 069 6301 83621

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