Versorgungsepidemiologie

GESU-KARD (01VSF25023)

Geschlechtssensible kardiovaskuläre Risikoberatung: Entwicklung und Validierung von Versorgungspfaden für die Gesundheitsuntersuchung

Das Projekt GESU-KARD ist ein durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördertes Verbundprojekt zur Weiterentwicklung der kardiovaskulären Prävention im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung (GU) in der Primärversorgung in Deutschland.

Kardiovaskuläre Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Morbidität und Mortalität in Deutschland. Geschlechts- und genderspezifische Unterschiede in der Risikokonstellation, Symptomatik und Versorgung sind bislang nicht ausreichend systematisch in der Regelversorgung berücksichtigt.

Die Gesundheitsuntersuchung (GU) stellt einen zentralen präventiven Kontaktpunkt in der ambulanten Versorgung dar, jedoch bestehen deutliche Unterschiede in Nutzung, Ausgestaltung und Ergebnisqualität – insbesondere im Hinblick auf geschlechtsspezifische Versorgungsbedarfe.

Bedeutung des Projekts

GESU-KARD adressiert eine zentrale Versorgungslücke in der kardiovaskulären Prävention: die unzureichende systematische Berücksichtigung geschlechts- und genderspezifischer Risikoprofile in der ambulanten Regelversorgung.

Durch die Entwicklung validierter Versorgungspfade soll die Gesundheitsuntersuchung als präventives Instrument gestärkt und eine evidenzbasierte, strukturierte und geschlechtssensible kardiovaskuläre Risikoberatung in der Primärversorgung ermöglicht werden.

Die Ergebnisse sollen zur nachhaltigen Verbesserung der Präventionsqualität, der Versorgungsstrukturen sowie der gesundheitlichen Chancengleichheit beitragen.

Ziel des Projekts

Ziel von GESU-KARD ist die Entwicklung und Validierung geschlechtssensibler, intersektoraler Versorgungspfade zur Identifikation und Behandlung kardiovaskulärer Risikofaktoren im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie geschlechts- und genderspezifische Risikokonstellationen systematisch besser erkannt und in strukturierte Versorgungspfade überführt werden können.

Studiendesign und Methodik

Das Projekt verfolgt einen multimethodischen Ansatz, bestehend aus:

  • systematischer Evidenzsynthese zur geschlechtsbezogenen Risikodifferenzierung (AP1)
  • retrospektiver Kohortenanalyse auf Basis bundesweiter GKV-Abrechnungsdaten (FDZ Gesundheit, AOK Baden-Württemberg) (AP2)
  • Patientenbefragungen zu Versorgungsbedarfen und Erfahrungen (AP3)
  • Entwicklung und Validierung von Versorgungspfaden mittels Delphi-Verfahren, Fokusgruppen und Expertenkonsens (AP4)
  • gesundheitsökonomischen Analysen einschließlich Kosten-Effektivitäts-, Kosten-Nutzwertanalysen und Modellierungen (AP5)

Die Datengrundlage umfasst bundesweite Routinedaten von etwa 73 Millionen Versicherten pro Jahr sowie ergänzende regionale Versorgungsdaten.

Arbeitsprogramm und Verantwortlichkeiten

Die Arbeitspakete AP1 und AP2 werden federführend am Universitätsklinikum Frankfurt bearbeitet.

Gesamtprojektleitung in Frankfurt: Dr. K.Karimova

AP1 (Evidenzsynthese):
Leitung: Dr. Catriona Friedmacher

AP2 (retrospektive Kohortenanalyse):
Leitung: Dr. Kateryna Karimova

Weitere Konsortialpartner sind universitäre Einrichtungen sowie Krankenkassen und fachärztliche Fachgesellschaften, darunter die AOK Baden-Württemberg, universitäre Institute für Allgemeinmedizin, gynäkologische und urologische Fachkliniken sowie weitere wissenschaftliche und klinische Kooperationspartner aus der kardiovaskulären Versorgung.