Innovative Versorgungsmodelle

PORT - Patientenorientierte Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung

Angelehnt an das Konzept der lokalen Gesundheitszentren des Sachverständigenrats für die Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) fördert die Robert Bosch Stiftung die Konzeptentwicklung und Implementierung sogenannter Patientenorientierter Zentren zur Primär- und Langzeitversorgung (PORT, http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/html/59803.asp). Die PORTs haben zum Ziel, die gesundheitliche Versorgung in einer Region sicherzustellen, u.a. durch den Einsatz multiprofessioneller Teams und von eHealth-Anwendungen. Die Förderung ist zweistufig aufgebaut: Zunächst wird eine einjährige Konzeptentwicklungsphase gefördert, danach erhalten ausgewählte Initiativen eine Förderung für die Umsetzung ihres Konzepts. Derzeit berät unser Arbeitsbereich die beiden hessischen Initiativen PORT Willingen-Diemelsee und PORT Odenwald bei der Konzepterstellung und beim Thema wissenschaftliche Evaluation.

Projektpartner bei PORT Willingen-Diemelsee: Quaestio Forschung & Beratung, www.quaestio-fb.de

Projektlaufzeit: 03/2016-12/2016

Gefördert durch: Robert Bosch Stiftung

Projektteam:
Dr. med. Antje Erler, MPH
Linda Barthen, M.Sc.
Dr. rer. med. Lisa Ulrich, MPH

InGe - Innovative Gesundheitsmodelle

In vielen Regionen Deutschlands ist die flächendeckende gesundheitliche Versorgung aufgrund des steigenden Versorgungsbedarfs (u.a. Zunahme älterer und multimorbider Patienten) bei einem gleichzeitigen (haus)ärztlichen und pflegerischen Nachwuchsmangel bedroht. Innovative Ideen zur Sicherung der Gesundheitsversorgung sind gefragt, die auf die Bedingungen vor Ort zugeschnitten sind und die vorhandenen Stärken nutzen. Deutschlandweit existieren bereits zahlreiche solcher innovativen Versorgungsmodelle, die durch Zusammenschlüsse, Kooperationen und Vernetzungen verschiedener Akteure die Gesundheitsversorgung in ihrer Region sicherstellen.

Im Rahmen des Projektes "Innovative Gesundheitsmodelle" (InGe) wurden eine deutschlandweite systematische Bestandsaufnahme neuer Konzepte gesundheitlicher Versorgung durchgeführt und die gefundenen Modelle in einer Datenbank zusammengefasst. Auf der Homepage www.innovative-gesundheitsmodelle.de sind Kurzbeschreibungen der Modelle öffentlich zugänglich. Desweiteren wurden die Modelle auf ihre Voraussetzungen, Erfolgsfaktoren und ihre Übertragbarkeit auf andere Regionen hin untersucht, um diese Erfahrungen für interessierte Akteure nutzbar zu machen.

Seit dem Auslaufen der Projektförderung wird die Sammlung weiterer innovativer Modelle aus Eigenmitteln fortgeführt.

Projektlaufzeit: 01/2013-12/2014

Gefördert durch: Robert Bosch Stiftung

Projektteam:
Dr. med. Antje Erler, MPH
Linda Barthen, M.Sc.
Dr. rer. med. Lisa Ulrich, MPH

Family Health Teams

Während einer einwöchigen Hospitation in verschiedenen Family Health Teams (FHT) und in einem Community Health Centre (CHC) in Ontario, Kanada, wurde den dortigen Mitarbeitern bei ihrer Arbeit "über die Schulter" geschaut und Interviews mit verschiedenen Berufsgruppen der Teams geführt.

Fragmentierung der Versorgung, Zunahme von Patienten mit Multimorbidität und hausärztlicher Nachwuchsmangel sind nicht nur in Deutschland bekannte Probleme. Auch das kanadische Gesundheitssystem stand vor ca. 15 Jahren vor ähnlichen Problemen, für die es mittelfristig zukunftsfähige Lösungen zu finden galt. In mehreren Reformvorhaben wurden in Kanada neue Primärversorgungsmodelle finanziell gefördert und erprobt, die u.a. den Fokus auf Allgemein- und Familienmedizin legen, durch neue Vergütungsstrukturen auch Anreize für präventive Leistungen schaffen und weitere Gesundheitsprofessionen, insbesondere aus dem Pflege- und Sozialbereich, in die Versorgung mit einbeziehen. FHT und CHC sind zwei Beispiele solcher Versorgungsmodelle. Sie übernehmen die Primärversorgung einer lokal definierten Bevölkerung, haben also einen Populationsbezug. In ihnen arbeitet ein Team verschiedener Gesundheitsprofessionen mithilfe einer elektronischen Patientenakte strukturiert zusammen. Das breite Aufgabenspektrum der CHC und FHT umfasst präventive Leistungen und Gesundheitsförderung, die Behandlung akuter und die langfristige Versorgung chronischer Erkrankungen, aber auch Rehabilitation und Pflege, in einigen Fällen sogar stationäre Versorgung und Langzeitpflege.

Im Rahmen der Hospitation sollte untersucht werden, welche Elemente der Modelle sich unter Berücksichtigung der gesundheitssystemischen Voraussetzungen prinzipiell auf Deutschland übertragen lassen und welche Probleme bei der Umsetzung zu erwarten sind. Ziel ist, aus den kanadischen Erfahrungen zu lernen und dortige Ansätze zur Sicherstellung der Primärversorgung und Steigerung der Berufsattraktivität für Nachwuchskräfte als Impulse für Deutschland zu nutzen. Derzeit wird eine Publikation zu den Ergebnissen der Hospitation vorbereitet.

Projektlaufzeit: 07/2016

Gefördert durch: Programm Care for Chronic Condition (g-plus - Zentrum im internationalen Gesundheitswesen), Robert Bosch Stiftung

Projektteam:
Dr. med. Antje Erler, MPH
Dr. rer. med. Lisa Ulrich, MPH