HZV-Evaluation in Baden-Württemberg

Zur Verbesserung der Koordination und (sektoren-) übergreifenden Zusammenarbeit unterschiedlicher Leistungserbringer im Gesundheitswesen sowie zur Optimierung der Versorgung hausärztlich betreuter Versicherter der AOK Baden-Württemberg wurde in Baden-Württemberg ein Vollversorgungsvertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung nach §73b SGB V geschlossen.

Ziel ist es, mit der Stärkung der Rolle der Hausärzte als Lotsen die Versorgung zu verbessern und vorhandene Ressourcen besser zu verteilen (z.B. Verringerung von Doppeluntersuchungen, Reduktion von Krankenhausaufenthalten, patientenorientierte Verbesserung der Versorgung, Ausrichtung der Behandlung an evidenzbasierten Leitlinien). Die Eckpunkte des Vertrages finden Sie [hier], u.a. auch die bereits berühmte Abrechnungsformel, die "auf einen Bierdeckel" passt.


["Bierdeckel"]

Das Institut für Allgemeinmedizin der Goethe Universität Frankfurt bearbeitet seit 2011 modular in einzelnen Arbeitspaketen (AP) in Kooperation mit der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universität Heidelberg [link] die Evaluation der Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg.

In der aktuellen Projektphase 2017/18 bearbeiten wir folgende Themen:

  • Goethe-Universität Frankfurt (Institut für Allgemeinmedizin): Fortführung der quer- und längsschnittlichen Analysen zu ausgewählten klinischen Themen, sowie als neues Evaluationsthema: orthopädische Versorgung unter besonderer Berücksichtigung des Zusammenspiels der fachärztlichen orthopädischen Versorgung (§ 73c SGB V) mit der HZV (§ 73b SGB V).
  • Universitätsklinikum Heidelberg (Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Prof. Laux): Auswertung von Routinedaten (Krankenhaus-Wiedereinweisungen und vermeidbare Krankenhauseinweisungen, Entwicklung der Medikamenten- und Gesamtkosten und Polypharmazie querschnittlich in 2015/ 2016 und über 6 Jahre (2011-2016)
  • Universitätsklinikum Heidelberg (Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Prof. Wensing): Qualitative Prozessevaluation des Orthopädievertrags

Bisherige Projektphasen und Ergebnisdarstellungen

Im Rahmen der Evaluation wurden zwischen 2010 und 2012 folgende Themen bearbeitet:

  • AP1: Evaluation anhand von Routinedaten im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe nicht durch HZV-Ärzte versorgter Patienten): (Kontakte, Über- und Krankenhauseinweisungen, Medikamentenkosten), Heidelberg
  • AP2: Evaluation der Teamzufriedenheit und Patientenzufriedenheit, Heidelberg
  • AP3: Evaluierung des Einsatzes von Versorgungsassistentinnen (VERAH),Frankfurt
  • AP4: Implementierung der DEGAM-Leitlinie "Herzinsuffizienz", Frankfurt

Die Ergebnispräsentation dieser Analysen fand anlässlich des Hauptstadtkongresses am 15.06.12 in Berlin statt (Präsentationen und Pressemitteilungen finden Sie hier [link]. Weitere Ergebnisse und ein Abschlussbericht der ersten Phase finden sich hier [link].

Evaluationsvorhaben 2013 bis 2016

In einer ersten Phase des Projekts fand eine Evaluierung anhand von Routinedaten der Jahre 2011 und 2012 sowie eine erneute Datenerhebung und Tätigkeitsanalysen der VERAH statt. Folgende Themen wurden bearbeitet:

  • AP1: Auswertung von Routinedaten: Weiterführung der Basisanalysen mit besonderem Blick auf Krankenhauseinweisungen und Pharmakotherapiekosten, Heidelberg
  • AP2: Motivationsfaktoren: Motivation zur Teilnahme an der HZV aus Ärzte- und Versichertenperspektive, Heidelberg.
  • AP3: Einsatz von Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH): Ausführliche Tätigkeitsanalyse des VERAH-Einsatzes mit Tätigkeitsprotokollen, Frankfurt
  • AP4: Vergleich der Versorgungsqualität zwischen HZV-eingeschriebenen und nicht-eingeschriebenen geriatrischen Versicherten.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin am 09.09.2014 sowie beim DEGAM-Kongress in Hamburg vorgestellt. Ein ausführlicher Bericht [link] und Pressemitteilung [PDF] sind im Internet abrufbar.

In einer zweiten Phase des Projekts findet die weitere wissenschaftliche Evaluation anhand von Routinedaten (nun bis 2013 einschließlich) sowie erneute Datenerhebung bei HZV-Patienten mit und ohne VERAH-Betreuung statt. Diese Fragestellungen umfassen folgende Themen:

  • AP1: Auswertung von Routinedaten (Krankenhaus-Wiedereinweisungen und vermeidbare Krankenhauseinweisungen, Entwicklung der Medikamentenkosten und Polypharmazie, Heidelberg
  • AP2: Unterschiede zwischen eingeschriebenen und nicht-eingeschriebenen Versicherten im Hinblick auf die Qualität der Pharmakotherapie bei psychischen Erkrankungen, Heidelberg
  • AP3: Auswirkungen des Einsatzes von Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH) auf die Patientenversorgung, Frankfurt
  • AP4: Vergleich der Versorgungsqualität zwischen HZV-eingeschriebenen und nicht-eingeschriebenen Versicherten mit kardialen Erkrankungen. Dabei liegt der Fokus auf der Überprüfung der Behandlungskoordination und der Behandlungsqualität.

In einer dritten Phase des Projekts findet seit 2015 eine weitere vertiefende wissenschaftliche Evaluation anhand von Routinedaten sowie erneute Datenerhebung bei HZV-Patienten mit und ohne VERAH-Betreuung statt. Folgende Themen wurden bearbeitet:

  • AP1: Auswertung von Routinedaten (Krankenhaus-Wiedereinweisungen und vermeidbare Krankenhauseinweisungen, Entwicklung der Medikamenten- und Gesamtkosten und Polypharmazie querschnittlich in 2014 und über 4 Jahre (2011-2014)
  • AP2: Evaluation des Facharztvertrages nach §73b/c - Gastroenterologie, Heidelberg
  • AP3: Qualitative Befragung von VERAH und Ärzten zur Umsetzung des VERAH-Konzeptes
  • AP4: Vergleich der Versorgungsqualität zwischen HZV-eingeschriebenen und nicht-eingeschriebenen Versicherten mit chronischen Erkrankungen (akutes Koronarsyndrom, Diabetes mellitus. Herzinsuffizienz). Überprüfung der Nachhaltigkeit der schon bestehenden Qualitätsvorteilen über 4 Jahre -eine längschnittliche Analyse 2011-2014

Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin am 15.06. 2016 vorgestellt. Informationsbroschüe und Materialien [link].

Ein ausführlicher Bericht [PDF] und Pressemitteilung [PDF] sind im Internet abrufbar.

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