Arbeitsbereich Qualitätsförderung und Konzeptentwicklung
Der Gedanke der Qualitätsförderung in der Medizin beschäftigte das Team des Instituts bereits seit den Anfängen Mitte der neunziger Jahre (damals noch an der Abteilung Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover), oft in Kooperation mit dem Team von Prof. Szecsenyi im AQUA-Institut in Göttingen. Wegmarken der Entwicklung waren die Entwicklung des Konzepts (haus-)ärztlicher Qualitätszirkel (QZ), die Basisdokumentation ärztlicher QZ in Deutschland, das Konzept von Leitlinien für die hausärztliche Versorgung in Zusammenarbeit mit der DEGAM, die Mitarbeit an der Entwicklung des Europäischen Praxisassessments und die hausarztorientierte Ausgestaltung der Disease Management-Programme. Aus dieser Arbeit ging auch die Beschäftigung des Instituts mit Fragen der Patientensicherheit und Medikationssicherheit hervor.
Daher versteht der Arbeitsbereich sich zugleich als "Keimzelle" neuer Forschungsthemen, die im Sinne der Konzeptentwicklung einer Ausarbeitung und eines Vorlaufs bedürfen, bevor sie zu eigenen Schwerpunkten der Institutsarbeit werden können. Gegenwärtig sind wir hier v.a. im Bereich neuer Versorgungsformen und Praxismodelle aktiv [InGe, PraCMan, Medical Home, SCHAAZ], und haben auch zu den entsprechenden Passagen im Gutachten des Sachverständigenrats 2009 beigetragen. Andere Themen, wie z.B. das der Multimorbidität, werden in enger Zusammenarbeit mit den anderen Arbeitsbereichen des Instituts (Klinische Entscheidungsunterstützung sowie Chronische Krankheit und Versorgungsforschung) weiterentwickelt. Gerade in der Konzeptentwicklung nutzen wir produktiv die interdisziplinären Kompetenzen des Instituts (Ärzte, Sozialwissenschaftler / Public Health, Psychologen, Epidemiologen, und auch Medizinische Fachangestellte).
Qualitätsförderung - diesen Begriff als selbstverantwortliche Aufgabe der Medizin, im Gegensatz zu Begriffen wie "Qualitätssicherung" oder gar "Qualitätskontrolle", hat Prof. Gerlach wesentlich mitgeprägt und mit Inhalt gefüllt - scheint heute zu einer "Pflichtaufgabe" des Medizinbetriebs geworden zu sein; dennoch braucht sie ständig weitere wissenschaftliche Impulse, wenn z.B. an Begriffe wie Qualitätsindikatoren und Qualitätsdarstellung, leistungsorientierte Vergütung ("pay-for-performance") oder Implementierung neuer Versorgungsformen gedacht wird.
Aktuelle Forschungsprojekte
- InGe - Identifikation innovativer Gesundheitsmodelle in Deutschland, Erstellung einer Datenbank, sowie Konzeption eines Beratungsangebots zur Implementierung neuer Konzepte der gesundheitlichen Versorgung
- PraCMan - Entwicklung und Evaluation eines indikationsübergreifenden Hausarztpraxis-basierten Case Management-Programms für Patienten mit Herzinsuffizienz und Komorbidität
- Leitlinien - Entwicklung, Verbreitung und Implementierung von Leitlinien für die hausärztliche Praxis
- HzV-Evaluation in Baden-Württemberg - Evaluation der Verträge zur Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg (zusammen mit der Abt. Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Univ. Heidelberg)
Abgeschlossene Forschungsprojekte
- DISMEVAL - EU-Projekt "Entwicklung und Validierung von Methoden zur Evaluation von Disease Management-Programmen für europäische Gesundheitssysteme"
- Medical Home -Internationaler Survey zur Umsetzung des Medical Home-Konzepts für eine verbesserten Versorgung chronisch Kranker in der Hausarztpraxis
- SCHAAZ - Begleitforschung zur Gründung des Schaafheimer Arzt- und Apothekenzentrums
- Basisdokumentation - Evaluatives Monitoring der Arbeit von über 1400 Qualitätszirkeln
- DMP - Entwicklung hausarztorientierter Disease-Management-Programme
- CONTENT - Aufbaueines Forschungsnetzes zur kontinuierlichen Erfassung von Morbidität, Erkrankungsverläufen und Ergebnissen in Allgemeinpraxen
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