Arbeitsbereich Qualitätsförderung und Versorgungsepidemiologie

Die Leitidee der Qualitätsförderung in der Medizin und v.a. in der hausärztlichen Versorgung bewegt das Team und den Direktor des Instituts bereits seit den neunziger Jahren. Zu Beginn unserer Arbeit an der Goethe-Universität, 2004, waren die Arbeitsbereiche für Qualitätsförderung und für Chronische Krankheit die beiden konstitutiven Arbeitseinheiten des Instituts. In zahlreichen Projekten, teilweise mit externen Partnern, haben wir verschiedenste Problembereiche der Qualitätsförderung aufgearbeitet. Die inzwischen selbständigen Arbeitsbereiche für Patientensicherheit, Multimorbidität / Multimedikation (im Arbeitsbereich Klinische Entscheidungsunterstützung) und Innovative Versorgungsformen und Gesundheitssystemforschung sind zum Teil daraus hervorgegangen.

Derzeit liegen die Forschungsfelder des Arbeitsbereichs vor allem in den Bereichen der Versorgungsepidemiologie sowie der Leitlinienentwicklung.

Projekte zur Versorgungsepidemiologie auf der Grundlage von Sekundärdaten (z.B. Versichertendaten) gewinnen rasch zunehmende Bedeutung, weil sich mit relativ geringem Erhebungsaufwand große Ausschnitte der Versorgungsrealität, insbesondere der Versorgungsqualität, abbilden lassen. Die Erfahrungen in der Entwicklung von Qualitätsindikatoren wirkt hier synergistisch. Bereits seit 2011 kooperieren wir mit der AOK Baden-Württemberg im Projekt zur Evaluation der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) in Baden-Württemberg und haben hier entsprechende Methoden entwickelt. Mit Mitteln der Versorgungsepidemiologie lassen sich mithin auch unterschiedliche Versorgungsformen vergleichen.

Dies schließt einen weiteren Bogen der Qualitätsförderung: die HZV ist auf dem Wege, die Arbeitsbedingungen in der hausärztlichen Versorgung zu verbessern und mithin diese zu stärken. Auf diese Stärkung wird es zukünftig ankommen - in diesem übergeordneten Institutsziel wissen wir uns insbesondere mit den Arbeitsbereichen Ausbildung, Weiterbildung sowie Innovative Versorgungsformen einig.

Daneben unterstützen wir die querschnittliche Zusammenarbeit des interdisziplinären Teams des Instituts (Ärzte, Sozialwissenschaftler, Psychologen, Epidemiologen, Medizinische Fachangestellte) im Bereich der Konzeptentwicklung gerade auch bei der Ausarbeitung neuer Forschungsanträge.

Qualitätsförderung - diesen Begriff als selbstverantwortliche Aufgabe der Medizin, im Gegensatz zu Begriffen wie "Qualitätssicherung" oder gar "Qualitätskontrolle", hat Prof. Gerlach wesentlich mitgeprägt und mit Inhalt gefüllt - scheint heute zu einer "Pflichtaufgabe" des Medizinbetriebs geworden zu sein; dennoch braucht sie ständig weitere wissenschaftliche Impulse, wenn z.B. an Begriffe wie Qualitätsindikatoren und Qualitätsdarstellung, leistungsorientierte Vergütung ("pay-for-performance") oder Implementierung neuer Versorgungsformen gedacht wird.

 Aktuelle Projekte

 Abgeschlossene Projekte

 Team

 Regelmäßige Kooperationspartner