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Patientensicherheitskultur in Hausarztpraxen

Untersuchung des Patientensicherheitsklimas und der Effekte der Frankfurter Patientensicherheitsmatrix zur Verbesserung der Patientensicherheitskultur in deutschen Hausarztpraxen

Die Sicherheitskultur bestimmt maßgeblich, wie wir mit Fehlern umgehen, ob wir aus ihnen lernen oder sie lieber nicht wahrhaben wollen. Der Umgang mit Fehlern bestimmt somit auch, wie sicher wir unsere Patienten versorgen.

In einer bundesweiten Untersuchung wollten wir erfahren, was die Sicherheitskultur in deutschen Hausarztpraxen ausmacht. Dazu haben wir in 2010 über 1700 hausärztliche Praxen befragt - derzeit (Juli 2011) werden die Antworten von über 2.100 HausärztInnen und Medizinischen Fachangestellten ausgewertet. Es interessiert uns aber nicht nur die aktuelle Situation, sondern auch, wie man Sicherheitskultur beeinflussen kann.

In einer Pilotstudie 2008/9 haben wir ein Selbsteinschätzungsinstrument (FraTrix) entwickelt und in Hausarztpraxen getestet. Mit FraTrix (Frankfurter Patientensicherheitsmatrix) schätzt das Praxisteam die eigene Sicherheitskultur und den eigenen Umgang mit Patientensicherheit ein und bestimmt Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit. Nun wurde in einem weiteren Vorhaben untersucht, welche Effekte FraTrix auf die Praxis, d. h. ihr Fehlermanagement und ihre Sicherheitskultur hat.

Dieses Projekt wurde als randomisierte, kontrollierte Studie von August 2009 bis heute durchgeführt. Es konnten 60 Hausarztpraxen für die Teilnahme gewonnen werden, 57 Praxen haben die Studie erfolgreich beendet. Von diesen 57 Praxisteams haben 27 mit FraTrix gearbeitet, 30 Teams nahmen als Kontrollgruppe an der Studie teil.

Mitte Juni 2011 wurde im Gästehaus der Universität Frankfurt die Studie mit einer feierlichen Veranstaltung mit den Praxisteams abgeschlossen. Aus 13 Praxen waren Teammitglieder gekommen, die sich über die aktuell vorliegenden Ergebnisse informieren konnten. Als Ehrengast war Professor Dianne Parker aus Manchester eingeladen, die über Sicherheitskultur und ihre Bedeutung für die Patientenversorgung sprach. Und natürlich stellte sie das Vorbild für FraTrix, das Manchester Patient Safety Framework, vor und berichtete den Teilnehmern, wie dieses Instrument entwickelt worden ist. Die HausärztInnen und Medizinischen Fachangestellten konnten dann aber selbst aktiv werden: Sie diskutierten konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Patientensicherheit, insbesondere ihre eigenen Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge bei der Einführung und Umsetzung. So ging es um die Übergabe und Weitergabe von Informationen über unerledigte Aufgaben innerhalb der Praxis oder um das Notfallmanagement. Mit einem Umtrunk und Buffet endete die Veranstaltung.

[Eindrücke von der Veranstaltung. Zum Vergrößern bitte anklicken.]

Alle Praxen erhielten an diesem Tag einen individuellen Bericht über ihre Ergebnisse hinsichtlich Patientensicherheitsindikatoren und Sicherheitsklima. Das Projektteam arbeitet derzeit an der Datenauswertung. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden Sie hier darüber informiert.

Diese Hauptstudie wie auch die Pilotstudie wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Gern können Sie sich an uns wenden, wenn Sie mehr über diese Studie erfahren wollen.

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DRKS-ID der Studie: DRKS00000145, UTN-Nr.: U1111-1111-0484