Onkologie in der Hausarztpraxis:
Ist-Analyse und Bedarfserhebung
Hintergrund und Ziel der Untersuchung
Im Zuge der demographischen Alterung sowie der Verbesserung von Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen nimmt die Anzahl an Erkrankten sowie die Anzahl an Überlebenden zu. Hausärzte werden in den verschiedenen Stadien einer Krebserkrankung von den Patienten als Berater oder Koordinatoren konsultiert und häufig auch bei Defiziten in der supportiven Therapie oder psychosozialen onkologischen Betreuung um Rat gefragt. Sie sind somit bei den meisten Patienten mit einer manifesten Krebserkrankung der beständige Rückkehr- und Koordinationspunkt während des gesamten Krankheitsverlaufs. Dieser Aspekt wird nach der Behandlung durch spezialisierte Einrichtungen mit zunehmendem Abstand zur Primärtherapie und abnehmender Intensität der spezialisierten Nachsorge immer wichtiger.
Da es bislang in Deutschland keine systematische Erhebung der hausärztlichen Versorgungssituation onkologischer Patienten gibt, soll sowohl eine Erhebung der onkologischen Versorgungssituation (Ist-Analyse) als auch die Feststellung von Bedarfen in der hausärztlichen onkologischen Versorgung (Bedarfs-Analyse) erfolgen. Es werden wichtige strukturelle und inhaltliche Aspekte der onkologischen Versorgung in der Hausarztpraxis dargestellt. Des Weiteren wird die Vorgehensweise hinsichtlich der Empfehlung und Durchführung der vom Gemeinsamen Bundesausschuss empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen (Darmkrebs, Brustkrebs, Hautkrebs, Prostatakrebs und Gebärmutterhalskrebs) seitens des Hausarztes untersucht.
Vorgehen
Aufgrund der mangelhaften Datenlage werden zur Maximierung der Aussagekraft qualitative und quantitative Untersuchungsansätze kombiniert ("mixed-methods"). Mittels qualitativer Erhebungsschritte (15 bis 20 Experteninterviews mit hessischen Hausärzten) werden zunächst relevante Themenfelder abgesteckt und eröffnet. Diese sollen als Basis für die Neuentwicklung eines quantitativen schriftlichen Surveys dienen.
Projektbeteiligte
