Arbeitsbereich Chronische Krankheit und Versorgungsforschung
Zusätzliche PRoMPT-Projekte
Im Rahmen der groß angelegten PRoMPT-Studie wird eine Reihe von weiterführenden, speziellen Projekten durchgeführt. So werden beispielsweise qualitative Interviews mit den an der PRoMPT-Studie teilnehmenden Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten und Patienten durchgeführt, um die subjektive und individuelle Sichtweise der teilnehmenden Akteure besser zu erfassen. Im Rahmen von Kooperationen mit externen Partnern werden die gesundheitsökonomischen Kosten der PRoMPT-Intervention bewertet. Zusätzlich werden spezielle Analysen zu Suizidalität, Selbstmanagement u.a. Aspekten durchgeführt.
Medizinische Fachangestellte in der hausärztlichen Betreuung depressiver Patienten - Rollenverständnis, Krankheitskonzept und Belastungsfaktoren
Zur Optimierung der hausärztlichen Versorgung chronisch kranker Patienten wird in den letzten Jahren vermehrt die Einbindung und Professionalisierung von medizinischen Fachangestellten/ Arzthelferinnen diskutiert. In der vorliegenden Studie wird die subjektive Sichtweise von medizinischen Fachangestellten der PRoMPT-Interventionsgruppe zum Case Management untersucht. Es fanden semi-strukturierte Interviews mit 26 Arzthelferinnen statt, welche computergestützt mittels eines inhaltsanalytischen Verfahrens ausgewertet werden. Die Ergebnisse der Studie sind kürzlich publiziert worden [link].
Einen kurzen Erfahrungsbericht können Sie hier finden [PDF].
Einstellungen von Hausärzten zum Case Management bei Patienten mit Major Depression: Eine qualitative Studie
Hausarztpraxisbasiertes Case Management stellt eine zukunftsweisende Erneuerung in der deutschen Primärversorgung von Patienten mit Major Depression dar. In dieser Studie wird die subjektive Sichtweise von Hausärzten zu dieser neuen Versorgungsform untersucht. Mittels semi-strukturierter qualitativer Interviews wurden 23 Hausärzte der PRoMPT-Interventionsgruppe zu ihren individuellen Erfahrungen und Einstellungen befragt. Die Ergebnisse werden noch abschließend ausgewertet, eine Publikation ist in Vorbereitung.
Qualitative Interviews mit Patienten/ innen
Um die subjektive Sichtweise der Patienten besser verstehen zu können, wurden mit Patienten der PRoMPT-Studie semi-strukturierte Interviews durchgeführt. Diese werden anschließend computergestützt inhaltsanalytisch ausgewertet. Hierbei soll neben der subjektiven Wahrnehmung der Intervention Case Management auch der Einfluss von Case Management auf die Selbstwahrnehmung der depressiven Symptomatik und das Selbstkonzept depressiver Patienten untersucht werden. Vorläufige Ergebnisse weisen darauf hin, dass Case Management die Beziehung zum Hausarzt und/oder zur Medizinischen Fachangestellten intensivieren kann.
Gesundheitsökonomische Analysen der PRoMPT-Studie
Die Studie "Primary Care Monitoring for depressive Patients Trial" (PRoMPT) untersuchte die Wirksamkeit eines hausarztpraxisbasierten Case Managements für Patienten mit Major Depression. Speziell geschulte Arzthelferinnen / Medizinische Fachangestellte (MFA) nahmen einmal im Monat telefonisch zu den Patienten Kontakt auf, erhoben die aktuelle depressive Symptomatik und berichteten strukturiert an den Hausarzt. Die depressive Symptomatik konnte in der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verbessert werden. Im Rahmen einer Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover werden die gesundheitsbezogenen Kosten dieser klinisch wirksamen Intervention untersucht. Weitere Informationen [PDF].
Prädiktoren für Suizidgedanken bei Patienten mit Major Depression in der Primärversorgung
Suizide sind häufig und kommen vor allem bei depressiven Menschen vor. Erste Anlaufstelle für Patienten mit Depressionen ist meistens der Hausarzt, die Suizidalität bleibt im Hausarztkontakt aber oft unerkannt. Im Rahmen dieses Projektes werden Prädiktoren für Suizidgedanken bei Patienten mit Major Depression in der Primärversorgung anhand der PRoMPT-Daten untersucht. Weitere Informationen [PDF].
Welche Patienten mit Major Depression entwickeln nach 12 Monaten Case Management am ehesten eine Symptomverbesserung?
Die Betreuung depressiver Patienten findet häufig im Rahmen der Primärversorgung statt. Ein hausarztpraxisgestütztes Case Management hat sich als wirksam in der Symptomreduktion bei Patienten mit Major Depression erwiesen, bedeutet jedoch Mehraufwand für die Praxis. Im Rahmen dieses Projektes wird anhand der PRoMPT-Daten untersucht, welche Patienten mit Major Depression am ehesten eine Symptomverbesserung nach einer einjährigen Case-Management Betreuung aufweisen. Weitere Informationen [PDF].
Auswirkung eines hausarztpraxisbasierten Case Managements auf das Selbstmanagement von Patienten mit Major Depression
Case Management stellt ein Element des Chronic Care-Modells dar, welches in der praktischen hausärztlichen Anwendung zu einer Symptomverbesserung bei Patienten mit Major Depression führen kann. Wenig erforscht sind die Auswirkungen auf den Umgang des Patienten mit der Erkrankung, also auf das Selbstmanagement. Im Rahmen dieses Projektes wird untersucht, ob ein hausarztpraxisbasiertes Case Management zu einer Verbesserung des Selbstmanagements bei Patienten mit Major Depression nach zwei Jahren führt. Weitere Informationen [PDF].
